Chronik

KLEINGÄRTNERVEREIN   MAGDEBURGER   TOR   E.V.

Aufzeichnung der Vereinsgeschichte bis 1992 von Ehrenmitglied Gerhart Döhler


Zweck und Aufgabe eines Kleingärtnervereins ist zuerst einmal eine sinnvolle Auseinandersetzung mit der Natur. Körperliche Betätigung verbunden mit kreativer Gestaltung schafft Ausgleich und Abwechslung im täglichen Trott. Eine lustvolle Freizeitgestaltung fördert in vielfältiger Weise Gesundheit und Zufriedenheit.

Die Gemeinschaft der Kleingärtner setzt sich aus allen Bevölkerungsschichten zusammen. Durch die Einbeziehung der Familienmitglieder sind Kinder und Jugendliche ebenso wie Alte und Rentner dabei. Sie alle sind für einen sorgfältigen Umgang mit der Natur gerüstet und schaffen durch die Öffnung ihrer Anlagen eine lebendige Gemeinnützigkeit. Ausgangspunkt für die Schaffung der Kleingärten am Magdeburger Tor war die notwendige Selbstversorgung mit Naturprodukten. In der Nachkriegszeit waren die Gartenerzeugnisse eine Bereicherung für die Ernährung. Die damals entstandenen wilden Gärten wurden durch die

Vereinsgründung im Jahre 1952

zu ordentlich abgesteckten 131 Panzellen mit je 400 Quadratmetern. Kartoffeln und Gemüse wurden angebaut und viele Obstbäume gepflanzt. In Gemeinschaftsarbeit wurde das Gelände eingezäunt und eine Wasserleitung verlegt. Jeder der gewählten Vorsitzenden hat entsprechend seinen Fähigkeiten das Beste gegeben zur Ausgestaltung der Gartenanlagen und zur Festigung des Ansehens der Kleingärtnerbewegung.

1952   Robert Jakobi

Stadtgartenmeister in Helmstedt, wurde zum ersten Vorsitzenden unseres Vereins gewählt. Er brachte seine fachlichen Kenntnisse ein. In den Anfangsjahren wurden jedem Mitglied 20 Pflichtstunden abverlangt. Pionierarbeit war vonnöten, aus einem Ackerstück eine Gartenanlage zu machen. Wer nicht mit anfassen konnte, musste zahlen: 3,50 DM war damals der Stundenlohn. Voll ausgelastet mit Stadtgartenarbeiten übergab Robert das Amt.

1953   Heinrich Schlüter

ein rühriger Mann mit Organisationstalent. Die Beschaffung einer Großbaracke von den Braunschweigischen Kohlenbergwerken war sein Werk. Abbau, Transport und fachmännische Aufstellung standen unter seiner Leitung. Geselligkeiten und Gartenfeste konnten nun im eigenen, wenn auch primitiven, Heim stattfinden. Von den vielen Helfern -einige hatten bis zu 160 unbezahlte Arbeitsstunden geleistet- seien hier stellvertretend genannt: Wilhelm und HarryVahldiek, Willi Grothe und Hermann Tiedemann.

1956   Hermann Tiedemann

übernahm den Vorsitz. Ruhig und besonnen ließ er Wasserleitungen und Wege ausbauen. Der Aufgang zum Vereinsheim wurde planiert und ansehnlich gestaltet, der Innenausbau ging gut voran. In dieser Zeit erfolgte der Beitritt zum Bezirksverband Helmstedt und zum Landesverband Braunschweig.

1958   Rolf Geipel

leitete die Vereinsführung. Er sorgte sich um die Ausstattung des Heimes, beschaffte Tische und Stühle und ließ den Fußboden erneuern. Interessierte Mitglieder schlossen sich 1958 zur Gründung eines "Gartenschießklubs" zusammen. Unter Leitung von Otto Kruse, unterstützt durch Alwin Meldau, Rolf Geipel, Otto König, Georg Meiling und anderen konnten bald im Schießstand am Vereinsheim regelmäßig Wettkämpfe ausgetragen werden, wobei im Wettstreit mit befreundeten Vereinen unsere Damen sehr oft den Sieg davontrugen.

1962   Alwin Meldau

wurde zum 1.Vorsitzenden gewählt. Während seiner Wirkungszeit nahmen die Gemeinschaftsarbeiten - inzwischen auf 10 Stunden reduziert - ihren Fortgang: Verlegung von Gehwegplatten zum Vereinsheim, Zaunreparaturen, Dränagearbeiten. Alwin gab aus gesundheitlichen Gründen 1965 den Vorsitz ab.

1967   Armin Schmeck

entschloss sich, nach einem "führungslosen" Jahr, die Geschicke des Vereins in die Hand zu nehmen. Er aktivierte die Vorstandsarbeit, verbesserte die Zusammenarbeit mit den Behörden und schaffte eine breite Anerkennung der Kleingärtner in der Öffentlichkeit, nicht zuletzt durch regelmäßige Presseberichte, verfasst von Gerhart Döhler. Die aktive Mitarbeit Armin Schmecks im Bezirksverband Helmstedt und im Landesverband Braunschweig förderte die Solidargemeinschaft alter Kleingärtner. So war der bundesweit gefeierte "Tag des Gartens" 1979 in Helmstedt ein echter Tag der Begegnung. Der im Jahre 1980 vom Land Niedersachsen ausgeschriebene Gartenwettbewerb brachte unserem Verein einen beachtenswerten 4. Platz. 1969, 1978, 1979 und 1986 errangen die Gartenfreunde vom Magdeburger Tor bei den Kleingartenwettbewerben des Landesverbandes, der Stadt Helmstedt und des Landkreises Helmstedt jeweils den 1. Preis. Die Gründung der Partnerschaft zum Berliner Verein "Kolonie Südpark" 1981 wie die Freundschaft mit den Lauenburger Kleingärtnern seit 1988 und die Zusammenarbeit mit Gartenfreunden aus dem benachbarten Sachsen-Anhalt entsprangen der Initiative des Vorsitzenden Armin Schmeck.

Die Gartengemeinschaft fand ihren Ausdruck in der Integration alter Mitglieder mit ihren Familienangehörigen. Im Vordergrund stehen hier die Kinder- und Jugendbetreuung nicht nur bei den jährlichen Kinderfesten unter Einbeziehung der Kinder von Nichtmitgliedern und die Einladungen an die Organisation "Lebenshilfe" für die behinderten Kinder durch die Frauengruppe des Vereins. Besonders die Frauen standen bei Gartenfesten und Partnerschaftsbesuchen ihren "Mann". Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang alle Aktiven der Schießsportabteilung, Wilfried Kasprzak für das Jugendprogramm, Anni Schnabel mit ihren Getreuen, Rosi und Jochen Schenke für Blumendekorationen, Hilde und Fritz Weddig für viele nützliche Handgriffe und die Herstellung der Erntekrone. Auch die "Alten" seien nicht vergessen, unvergessen ist auch Klaus Schröder.

Die sichtbaren Beweise der in Gemeinschaftsarbeit realisierten Projekte seien hier zusammengefasst: Erneuerung des Außenzauns über 1000 Meter, Bau eines massiven Geräteschuppens, Bau einer massiven und modernen Toilettenanlage, Erweiterung des Spielplatzes, Ausstattung alter Gartenwege mit Verbundpflaster, Neugestaltung mit Innen- ausbau des Vereinsheimes, Erneuerung des gesamten Wasserleitungsnetzes und Bau eines Parkplatzes und Vorbereitung für den Bau eines 2.Parkplatzes. Als Partner im Zusammenspiel von Verantwortung und fachlicher Durchführung sind aus dem Kreis der Mitarbeiter unbedingt zwei Männer hervorzuheben:

Walter Putzker und Gerhard Lederer

Als Anerkennung für ihr Wirken im Interesse der Öffentlichkeit erhielten sie 1984 die Ehrenurkunde der Stadt Helmstedt. Dieselbe Ehrung wurde auch für ihre Verdienste dem Vorsitzenden Armin Schmeck und dem Vorstandsmitglied Gerhart Döhler im Jahre 1986 zuteil. So wie der Übergang vom einstigen Nutzgarten zum heutigen Freizeitgarten fließend war, so ist auch der Generationswechsel ein ganz natürliches Vorkommnis. Die Verdienste langjährig aktiver Mitglieder fanden in der Würdigung als Ehrenmitglied Ausdruck:

1974 Willi Pasemann, Schriftführer im Vorstand (verstorben)
1980 Hermann Tiedemann, Vorsitzender und Mitarbeiter (verstorben)
1980 Hans-Joachim Möller, Kassierer im Vorstand (verstorben)
1987 Willi Grothe, handwerklicher Mitarbeiter (verstorben)
1990 Gerhart Döhler, Schriftführer und Pressewart (verstorben)

Junge Kräfte ordnen sich ein und stehen zur weiteren Mitarbeit bereit. Sie führen die Vereinsgeschäfte in aller Interesse fort, denn "der Garten ist uns für eine bestimmte Zeit überlassen zu Nutz und Freude an allem, was der Herrgott wachsen lässt, all die Jahre und jedes Jahr neu".


Die Chronik wird in Kürze fortgesetzt! Unser Ehrenvorsitzender arbeitet fieberhaft daran.